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angebissener Apfel, schematische Darstellung Zahn
Parodontologie

Keimtestung, Bakterientest

Unter den hundert verschiedenen Bakterienarten sind nur einige wenige für die Parodontose verantwortlich. Man spricht von den sogenannten „Markerkeimen“, die für das Entstehen oder Fortschreiten einer Parodontose typisch sind.

Mit modernsten gentechnischen Tests kann man diese Keime durch eine einfache und schmerzfreie Zahnfleischuntersuchung nachweisen. Dabei kann nicht nur die Menge, sondern auch die Zusammensetzung von verschiedenen Bakteriengruppen bestimmt werden, wodurch sich die Parodontose nicht nur nachweisen, sondern durch genau abgestimmte Antibiotikagabe wirkungsvoll bekämpfen lässt.


Parodontitis-Risiko-Test

Leider hat nicht jeder Patient die gleichen Abwehrkräfte gegen Parodontose. In der Steuerung von Entzündungen im Körper spielen bestimmte Eiweißverbindungen, die „Interleukine", eine wichtige Rolle. Mit einem Interleukin-Gentest kann ihr individuelles Parodontoserisiko bestimmt werden. So hat ein Patient mit IL-1 Überexpression ein um ca. 50% erhöhtes Risiko an Parodontose zu erkranken. Ist dieser Patient zusätzlich Raucher, ist sein Risiko sogar um ein Vielfaches erhöht!

Ein Parodontitis-Risikotest hilft, Ihre Parodontosebehandlung individuell auf Sie abzustimmen.


Parodontosebehandlung

Entzündliche Zahnfleischerkrankungen sollte man deshalb immer behandeln lassen. Im Anfangsstadium reicht eine Behandlung beim Zahnarzt meist aus. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung sind jedoch Spezialisten gefragt. Eine Parodontosebehandlung gliedert sich je nach Schwere der Erkrankung in verschiedene Schritte.


Lokale Therapie

Wichtig für eine erfolgreiche Parodontosebehandlung ist eine Vorbehandlung mit Keimbestimmung. Mit modernen Labortests lassen sich die Parodontitiskeime genau identifizieren, so dass eine zielgerichtete Behandlung mit Antibiotika möglich ist. Die speziell ausgetesteten Antibiotika müssen für mehrere Tage eingenommen werden. Zusätzlich können auch kleine Chips oder Gele in die Zahntasche eingebracht werden, die antiseptisch wirken und die Keime eliminieren. Leider können die wichtigen diagnostischen Untersuchungen wie der Parodontitis-Risikotest, der Keimtest und lokalen Therapien nicht über die gesetzliche Krankenkasse berechnet werden.


Kürretage

Der erste Schritt einer Parodontosebehandlung ist immer die Entfernung der harten und weichen Zahnbeläge (Zahnstein und Konkremente) aus der Zahnfleischtasche. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung des Zahnfleisches mit feinen Ultraschall- und Handinstrumenten. Diese Behandlung heißt Kürretage.

Liegen bereits tiefe Zahnfleischtaschen vor, kann es notwendig sein, die Zahnwurzel und den Knochen für die Reinigung freizulegen- hier werden unter örtlicher Betäubung feine Schnitte ins Zahnfleisch gemacht, die nach der Kürretage vernäht werden.

Diese Kürretage bezahlt die gesetzliche Krankenkasse nach vorheriger Genehmigung über einen „Parodontose-Behandlungsplan". Weit fortgeschrittene Erkrankungen werden nicht übernommen.

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