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Praxisklinik Dr. Dr. Lippold • Am Schützeneck 8 • 81241 München • Telefon 089-82 92 4444 •
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Implantologie

Kieferaufbau

Leider erleben wir sehr oft, dass uns Patienten aufsuchen, die sich ein Implantat wünschen aber denen gesagt wurde, dass ein Implantat aufgrund des Knochenschwundes nicht gesetzt werden könne. Dabei ist es möglich durch modernen Methoden der Kieferrekonstruktion in beinahe allen Situationen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implantation zu schaffen.

Heute kann mit Hilfe der modernen Kieferchirurgie verlorener Knochen und verlorenes Gewebe wieder aufgebaut werden. Die Spezialausbildung des Kieferchirurgen macht dies für den Patienten zu einem sicheren und wenig belastenden Eingriff mit vorhersehbaren guten Ergebnissen.

Die häufigste Ursache für fehlenden Knochen ist der allmähliche Kieferschwund (Atrophie) nach dem Verlust einzelner oder aller Zähne. Oft gehen Zähne verloren, weil der Knochen sich durch eine chronische schleichende Entzündung des Zahnfleisches (Parodontose) zurückgebildet hat. Wird der Zahndefekt dann durch eine Brücke oder herausnehmbare Prothese versorgt, zieht sich der Knochen immer weiter zurück, bis schließlich nahezu der gesamte Knochen geschwunden ist. Weitere Gründe für einen erheblichen Knochenverlust am Kiefer stellen Unfälle, Zysten oder bösartige Veränderungen dar.

In allen Fällen muss zunächst der Knochenschwund beseitigt werden bevor der Zahnkranz wieder aufgebaut werden kann. Eine Versorgung mit Implantaten ist in diesen Fällen das Mittel der Wahl, um den aufgebauten Knochen physiologisch zu belasten und zu stärken.

Zum Aufbau stehen uns mehrere Operationsverfahren zur Verfügung, die teilweise auch miteinander kombiniert werden können oder müssen. In der Regel empfiehlt sich die Operation in Narkose, was Schmerzfreiheit, Schonung und Sicherheit garantiert. Aufgrund der minimal invasiven OP Techniken, die wir anwenden, können alle Eingriffe in unserer Praxisklinik ambulant, also ohne Krankenhausaufenthalt durchgeführt werden.


Knochentransplantation

Die Transplantation von Knochen dient der Wiederherstellung eines zerstörten, verlorenen oder atrophierten (abgebauten) Knochens. Dabei wird Knochen an anderen Stellen entnommen und in den Knochendefekt transplantiert. Die Verwendung von Eigenknochen hat sich als Goldstandard durchgesetzt, da körpereigenes Gewebe optimale Voraussetzungen für die Einheilung bietet.

Es gibt am menschlichen Körper sehr viele unterschiedliche Entnahmestellen für Knochen. In unserer Praxisklinik hat sich die Entnahme entweder am Kiefer selbst, in der Kinn oder Kieferwinkel Region und an der Beckenschaufel etabliert. Besonders am Beckenkamm kann nahezu immer genügend Material zur Rekonstruktion ganzer Kiefer- oder Gesichtsknochen entnommen werden. Wir entnehmen immer Knochenmark, das besonders reich an knochenbildenden Zellen ist. Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer solchen Knochentransplantation liegt bei etwa 95-98 %.

Wir empfehlen die Operation in Narkose durchführen zu lassen. Die Entnahme von Kinn- und Kieferknochen erfolgt über die Mundhöhle, was keine sichtbaren Narben hinterlässt. Im Bereich der Hüfte gehen wir minimal invasiv vor und setzten nur einen ca. 3-4 cm langen Schnitt. Eine spezielle Operationstechnik erlaubt uns genügend Knochenmaterial zu gewinnen ohne den Hüftknochen äußerlich zu verändern. Der Hüftknochen im Inneren regeneriert sich innerhalb von 4 Monaten nahezu vollständig. Eine spezielle Nahttechnik sorgt dafür, dass kaum eine Narbe sichtbar wird. Aufgrund des schonenden Vorgehens entsteht keine Instabilität des Beckens oder größere Beeinträchtigungen beim Laufen. Sie können sofort nach der OP wieder ganz normal auftreten. Allerdings empfehlen wir für ungefähr eine Woche nach der OP auf größere Belastungen wie Wanderungen oder erhebliches Treppensteigen zu verzichten.


Sinuslift

Als Sinuslift bezeichnet man die Transplantation von Knochen oder Knochenersatzmaterial in die Kieferhöhle.

Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers grenzt der Kieferknochen oberhalb der Wurzelspitzen an die Kieferhöhle. Wenn sich in dieser Region der Kiefer sehr stark zurückgebildet hat, steht häufig zu wenig Knochenhöhe für Implantate zur Verfügung. Es muss also das vertikale Knochenangebot, also die Höhe des verfügbaren Oberkieferknochens verbessert werden. Nur so können Implantate ausreichend tief und damit fest genug im Knochen verankert werden. Das Anheben des Kieferhöhlenbodens erreicht man durch eine Sinuslift Operation.

Hierzu wird vom Mund aus ein Zugang zur Kieferhöhle geschaffen. Dabei ist darauf zu achten, dass die feine innere Schleimhautauskleidung der Kieferhöhle nicht verletzt wird. In die entstehende Tasche wird Knochen eingelegt und auf den Boden der Kieferhöhle aufgelagert. Nach dem Verschluss der Schleimhaut heilt der Knochen ein und kann später mit Implantaten versorgt zu werden.


Onlayplastik

Dieses OP- Verfahren ist im gesamten Kieferbereich anwendbar. Dabei es wird ein Knochentransplantat auf den Kieferkamm aufgelagert und mit kleinen Schrauben fixiert. Dadurch wird eine Erhöhung oder Verbreiterung des Kieferkamms erreicht. Anschließend muss die umgebende Schleimhaut mobilisiert werden, um den vergrößerten Kieferkamm wieder mit Weichgewebe bedecken zu können. Auch hier erfolgt die Implantatversorgung nach der Knochenheilung.


Sandwich-Osteoplastik

Diese OP- Technik kommt zur Anwendung wenn ein Kieferkamm erhöht werden muss um Implantate aufnehmen zu können. Voraussetzung ist allerdings, dass der noch vorhandene natürliche Kieferkamm eine Resthöhe von mindestens 7-8 mm aufweist. Das Prinzip dieser Operation besteht darin, dass Knochen in den Kieferkamm eingelagert wird. Wie der Name schon sagt, wird bei dieser OP- Methode der vorhandene Knochen wie ein Sandwich aufgeschnitten, der obere Anteil in Richtung Mundhöhle angehoben und in den entstehenden Spalt der entnommene Knochen transplantiert ( wie ein Belag auf ein Sandwich). Auch hier sollte hauptsächlich eigener natürlicher Knochen verwendet werden um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass der Kieferkamm wieder auf sein ursprüngliches Niveau angehoben wird. Dadurch kann ein möglichst natürlicher Verlauf der Kieferkontur für die nachfolgende Implantatversorgung geschaffen werden. Dies ist besonders wichtig für ästhetisch anspruchsvolle Implantatversorgungen in der Oberkieferfront


Bone-Splitting

Ein Bone Splitting dient zur Wiederherstellung der horizontalen Dimension des Kieferknochens. Im Gegensatz zur Sandwichplastik wird der Kieferkamm durch ein Bone Splitting in der Breite erweitert. Bei dieser Operationsmethode wird der Kieferkamm vertikal gespalten und durch vorsichtiges Aufdehnen verbreitert. Auch hier wird in den entstehenden Knochenspalt das Knochentransplantat eingebracht. Manchmal wird der aufgedehnte Knochen mit Minischrauben in der neuen Position fixiert. Die Erfolgsausichten dieser Operation sind sehr gut, da die für die Ernährung des Knochens wichtige Knochenhaut erhalten bleibt. Die Maßnahme ist sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer durchführbar.


Distraktionsosteogenese

Bei einer Distraktion lässt man durch Nutzung des körpereigenen Heilungsmechanismus neuen Knochen wachsen und erreicht dadurch eine Knochenverlängerung. Das Prinzip besteht darin, dass der Knochen durch geeignete Apparaturen auseinander gezogen wird.

Das operative Vorgehen ist zunächst ähnlich wie bei der Sandwich-Osteoplastik oder bei einem Bone-Splitting. Der Restkieferkamm wird der Länge nach aufgeschnitten und ein Distraktor wird an beiden Teilen des Knochens befestigt. Anschließend wird über ein Gewinde der obere Knochen langsam über einen Zeitraum von 14 Tagen in die Höhe bewegt, bis der mobile Teil des Knochens die vorgesehene Höhe erreicht hat. Im entstehenden Knochenspalt bildet sich neuer Knochen. Der im Spalt entstandene Knochen ist zunächst noch sehr weich und muss sich über mehrere Wochen festigen.

Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass eine zusätzliche Knochenentnahme nicht notwendig ist. Diese Methode ist nicht für alle Patienten geeignet, führt aber zu hervorragenden Resultaten.


Knochenersatzmaterialien

Für eine erfolgreiche Implantatversorgung muss ausreichend Knochen vorhanden sein. Ist die Knochensubstanz jedoch unzureichend, muss sie aufgebaut werden. Dies kann mit Eigenknochen geschehen, aber zur Vermeidung von Entnahmedefekten werden häufig Knochenersatzmaterialien eingesetzt. Diese sind ähnlich aufgebaut wie menschlicher Knochen. Hergestellt oder gewonnen werden sie aus Algen, Tierknochen oder rein synthetisch. Sie zeigen bei richtiger Anwendung exzellente Ergebnisse und werden im Laufe der Jahre häufig völlig im Knochen eingebaut und durch eigenen Knochen ersetzt.

Knochenersatzmaterialien sind jedoch nur bei kleineren Knochendefekten geeignet. Für eine erfolgreiche Anwendung der Ersatzmaterialien sollten die Knochendefekte eine gewisse Größe nicht überschreiten. Ersatzmaterialien können auch mit körpereigenem Knochen vermischt eingesetzt werden. Hierdurch kann der Entnahmedefekt im Spenderknochen reduziert werden.

In Abstimmung mit Ihnen wählen wir das für Sie beste und schonendste Verfahren aus. Wir haben hervorragende Ergebnisse mit der Kombination von Knochenersatzmaterial und Eigenknochen. Optimiert wird die Behandlung durch das Einbringen von Membranen, welche den Knochenaufbau schützen und stabilisieren.