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Patienten mit Gesichtsschmerzen konsultieren zumeist eine große Zahl von Ärzten und Zahnärzten, erhalten entsprechend unterschiedliche Diagnosen und eine Vielzahl oft vergeblicher Behandlungen. Dabei ist die Kiefer-Gesichtschirurgie auf die Schmerzsyndrome des Gesichtes spezialisiert und kann mit abgestuften Behandlungsstrategien effizient helfen.
Es gibt verschiedene Schmerzsyndrome im Gesicht, deren Symptome sich teilweise überschneiden können. Sehr häufig gehen Schmerzen von der Kaumuskulatur und dem Kiefergelenk aus.
Kiefer, Kiefergelenk, Muskulatur und Zähne bilden zusammen eine funktionelle Einheit. Alle Komponenten müssen reibungslos zusammenarbeiten, damit störungs- und schmerzfreie Bewegungsabläufe möglich sind. Wird das Zusammenspiel zum Beispiel durch eine zu hohe Füllung oder häufiges Zähneknirschen gestört, kann es zu Fehlbelastungen der Kiefergelenke und in der Folge zu Kopfschmerzen und schmerzhaften Muskelverspannungen kommen. Nicht selten treten auch Schmerzen an der Halswirbelsäule, am Rücken und der Schulter auf. Experten sprechen dann von so genannten kraniomandibulären Schmerzen oder dem kraniomandibulären Syndrom (CMD).
Auf diese Zusammenhänge sind wir in der Praxisklinik Dr. Dr. Lippold spezialisiert.
Funktionsdiagnostik
Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung von kraniomandibulären Schmerzen ist die präzise Untersuchung und Diagnostik.
In einer ersten Untersuchung werden die Ursachen Ihrer Beschwerden abgeklärt. Es wird geprüft, ob Zusammenhänge zwischen Schmerz und Kausystem bestehen. Durch spezifische Belastungstests wird detailliert ermittelt welche Strukturen des Kausystems geschädigt sind. Auf diese Erstuntersuchung folgt eine Funktionsanalyse unter Einbeziehung der Kiefergelenke. Hierzu werden über Abdrücke Modelle der Oberkiefer- und Unterkieferzähne hergestellt. Diese werden mit einem Übertragungsbogen und einer speziellen Bissnahme in einen Kieferbewegungssimulator übertragen. Es erfolgt eine orthopädische Bewegungsanalyse der Kiefergelenke. Modernste computergestützte Analysegeräte stehen zur Verfügung, um den Beschwerden systematisch auf den Grund zu gehen. Durch bildgebende Verfahren wie digitales Röntgen und DVT, lassen sich die Fehlbelastungen genau ermitteln und mit individuellen Behandlungskonzepten ausräumen.
Wir ziehen dabei alle Möglichkeiten in Betracht um Sie so schnell und schonend von Ihren Beschwerden zu befreien.
Grundgedanke bei der Behandlung von CMD ist eine schonende und reversible Vorgehensweise. Dabei setzen wir wissenschaftlich anerkannte Therapiekonzepte je nach Schweregrad ein und stimmen diese individuell auf den Patienten ab.
Eine Aufklärung des Patienten über die Krankheitszusammenhänge und eine korrekte Diagnosestellung ist der erste und wichtigste Schritt für eine positive Beeinflussung des Krankheitsgeschehens. In der Akutphase sind manchmal schmerzlindernde, entzündungshemmende, muskelrelaxierende oder schlaffördernde Medikamente notwendig um dem Schmerz Einhalt zu gebieten. Durch weiche Nahrung, Dehnübungen, Wärme- oder Kälteanwendungen, Entspannungsübungen oder Stressmanagement kann eine Besserung erreicht werden. Gezielte Physiotherapie reduziert muskuläre Verspannungen und eine Aufbiss Schiene führt zu einer Entspannung der Kau- und Kopfmuskulatur und zu einer Entlastung der Kiefergelenke.
Eine Entspannung der Muskulatur und eine Reduktion der Schmerzen wird auch durch die gezielte Injektion von Botulinumtoxin, auch als Botox bekannt, erreicht.
Botox ist die Abkürzung für Botulinumtoxin A, ein Nahrungsmittelgift, das von Botulinum- Bakterien hergestellt wird. Von diesem sehr starkem Gift ist seit langem bekannt, dass es die Nerven, und dadurch die Muskulatur lähmt.
Bei der Botox- Behandlung macht man sich diesen Effekt zunutze. In gereinigter Form und stark verdünnt wird das Gift gezielt eingesetzt, um die im Rahmen der CMD betroffenen hyperaktive Muskulatur für einen gewissen Zeitraum außer Kraft zu setzen. Dazu wird die Substanz direkt in den Muskel gespritzt. Innerhalb 5-7 Tage kommt es zu einer Entspannung der behandelten Muskeln und nächtliches Zähneknirschen oder unwillkürliches Anspannen der Kaumuskulatur sind nicht mehr möglich. Dadurch wird eine Schmerzfreiheit erreicht. Dieser Effekt hält durchschnittlich 3 Monate bis die Toxinwirkung nachlässt. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass bei regelmäßiger Anwendung die Wirkung des Toxins deutlich länger anhält.
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